Die digitale Spiegelreflexkamera Canon EOS 350D, die ich mir im November 2005 zugelegt habe, ist mein Enstieg in die fokale Astrofotografie. Mit der Casio QV-5700 mit fest eingebautem Objektiv ließ sich ja ausschließlich Okularprojektion betrieben. Fokal, mit dem CMOS-Sensor direkt im Strahlengang ist die Lichtausbeute höher und Anzahl der verzerrenden Flächen geringer. Ich entschied mich zum Kauf der EOS 350D nach tagelangen Recherchen im Internet. Die Vorgängerin, die EOS 300D ist gerade in der Astrofotografie sehr weit verbreitet und hochgelobt. Warum sollte die 350D also ein Rückschritt sein, da ja auch anzunehmen ist, das Canon um die Beliebtheit der EOS in der Astronomie weiß. Konkurrenzmodelle wie Nikon D50 oder D70s sind in diesem Sektor weniger verbreitet, was nicht heißen muss, dass sie nicht für die Astrofotografie geeignet wären. Es ist aber deutlich schwerer an Tipps und Erfahrungsberichte zu kommen. Ich entschied mich nach Anraten von Astrofotografen in diversen Foren, die Kamera bei einem Fachhändler (sprich nicht: M...M..kt) für 830 Euro, das sind ca. 100 Euro mehr als in einem Internetversandhandel, zu kaufen. Bei Foto Vario in Freiburg hatte ich nämlich die Gelegenheit, mehrere Kameras zu vergleichen. Die Streuung der Chips soll angeblich ziemlich hoch sein, sodass Darkframes vom gleichen Kameratyp aber unterschiedlicher Seriennummern verschieden stark verrauscht sind. Deshalb machte ich im Laden Darkframes mit drei Kameras und nahm die beste mit. Unter möglichst gleichen Bedingungen habe ich jeweils 300s bei ISO 800 und ausgeschlateter Rauschunterdrückung belichtet. Bei eingeschalteter Rauschunterdrückung (interner Darkframeabzug) ist bei 5min noch kaum etwas zu sehen. Ausschnitte von zwei der drei Darkframes könnt ihr hier sehen. Es handelt sich um 640 x 480 Pixel große Auschnitte, wobei sich das Rauschen gleichmäßig auf den Rest der Bilder verteilt:
Viel Erfahrungen konnte ich mangels Zeit und guten Wetters leider noch nicht sammeln. Meine ersten Ergebnisse können aber in der Gallerie angesehen werden. Zur Praxis kann ich aber noch folgendes Sagen: Zum fokussieren leistet eine Scheinerblende ihre Dienste. Bauanleitungen dafür gibt es natürlich auch in den unbegrenzten Weiten des Internets. Diese Methode ist absolut präzise und ausreichend. Zum Auslösen benutze ich den Kabelauslöser Canon RS60-E3. Die Einstellungen der Kamera nehme ich vom PC via USB-Kabel und der mitgelieferten Software Remote Capture vor, und kann somit (bei eingeschalteter PC-Steuerung, zweites Einstellungsmenu unter Verbindung) auch gleich die geschossenen Bilder am Notebook betrachten. Ein Auslösen der Kamera im Bulb-Modus mittels PC ist leider nicht möglich, bzw. mir ist keine Lösung bekannt, deshalb der Kabelauslöser. Auch Sternfeldaufnahmen mit dem dazugehörenden Canon EF-S 18-55mm Objektiv sind absolut lohnenswert. |