Warum die Casio QV 5700?

Die Astrofotografie mit der Casio QV 5700 stellte sich mir als beste Lösung dar, das was man am nächtlichen Himmel so alles zu sehen bekommt, festzuhalten. Im Gegensatz zu den immer besser werdenden digitalen Spielgelreflexkameras, war meine Casio mit 399 Euro verhältnismäßig "billig". Natürlich ist die Qualität nicht zu vergleichen, da man bei einer Kamera mit Objektiv an die Okularprojektion gebunden ist, d.h. man fotografiert das Blickfeld des Okulars. Eine digitale Spiegelreflexkamera kam für mich wegen des Preises (ab 1000 Euro) nicht in Frage, also schaute ich mich nach einer digitalen Objektivkamera mit guten Lichempfindlichkeitseigenschaften um.

Die wichtigsten Daten:

Zu dem damaligen Zeitpunkt war die Casio mit einer Blende von 2.0, ISO-Empfindlichkeit von bis zu 800 ASA, und der manuellen Beichtungsfähgkeit bis 60s und Bulb wohl die beste. Bei einer Empfindlichkeit von ISO 800 fängt sie Kamera leider schon bei 15s gewaltig an zu rauschen, weshalb ich das fotografieren von 60s bei geringerer Empfindlichkeit empfehle. Selbst bei ISO 50 kommen nach 60s schon schwächere Deepsky-Objekte zum Vorschein, wobei der Hintergrund pechschwarz bleibt. Also lieber geringere Empfindlichkeiten und lange Belichtungszeiten, dann mehrere Aufnahmen und diese aufaddieren. Eine Kabelfernbedienung lässt sich auch anschliessen, was für die Astrofotografie natürlich auch von Nutzen ist. Die Kabelfernbedienung besitze ich zwar auch, benutze sie aber kaum noch, da sie sich über sie serielle Schnittstelle (wofür es auch USB-Adapter gibt) an den Laptop / PC anschliessen und mit der Steuerungssoftware DiCaControl steuern lässt.

Die Okularprojektion:

Die Okularprojektion mit der QV 5700 funktioniert folgendermaßen. Zunächst braucht man mehrere Adapter, die an die Kamera angeschraubt werden. Ich habe zuerst einen Adapter von 47.5mm (Kameraseitig) auf 52mm, dann zwei Adapterringe von Baader von 52mm auf das Standartgemäße T2-Gewinde angebracht. Daran lässt sich dann der Uni-T-Adapter vom Teleskop-Service festschrauben, in welchem man ein Okular mit großer Augenlinse zentriert und und mittels der Klemmschruben besfestigt. Ich verwende hier ein Meade Super Plössl der Serie 3000 mit 25 mm Brennweite. Das Okular wird aber erst nach dem Anschalten der Kamera befestigt, da man mit dem Okular möglichts nahe an das Kameraobjektiv heran kommen muss. Der Vorteil des Uni-T-Adapter liegt auf der Hand: Das Gewinde am Adapter kann hinter der Augenlinse liegen, so dass man direkt an das Objektiv aufliegen kann. Diese Konstruktion habe ich einmal justiert, und seither nicht mehr verändert, d.h. dass ich das Okular immer in der Adapterlösung habe, welche zur Fotografie einfach nur noch auf die Kamera aufgeschraubt werden muss.

In einem weiteren Uni-T-Adapter habe ich das LE (Long eye relief) Okular mit 9mm Brennweite befestigt, um auch kleiner Objekte bildfüllend knipsen zu können. Hierbei ist das größte Problem jedoch den Fokus optimal zu treffen. Der Brennpunkt bewegt sich in einem minimalen Bereich, welchen ich bisher noch nicht genau getroffen habe.

 

Für großflächige Objekte beutze ich ein TS Superview 40. Wie der Name schon sagt, hat es eine Brennweite von 40mm und ist vorallem auch wegen seiner großen Augenlinse optimal für die Okularprojektion geeignet. Die Augenmuschel lässt sich abschrauben, und zum Vorschein kommt ein TS-Gewinde. Der Abstand der Augenlinse lässt sich auch verstellen.

 

Die Einstellungen vornehmen:

Zuvor suche ich mit dem Teleskop mein gewünschtes Objekt auf, schalte die Kamera im manuellen Modus ein und nehme folgende Einstellungen vor: Fokus: unendlich; Blende: 2,0; Empfindlichkeit 0 bis +4 (ISO 50 bis 800, je nach Belichtungszeit), Belichtungszeit 15s bis Bulb (je nach Nachführgenauigkeit und Helligkeit des Objekts; der optische Zoom der Kamera wird dabei nicht verwendet. Dann stecke ich den gesamten Bau in den Okularauszug und löse mit der Kabelfernbedienung, oder über das Steuerungskabel direkt am PC aus. Anschließend, nachdem die Kamera fertig belichtet hat und ein Dunkelbild abgezogen hat (macht sie ab 1s Belichtungszeit automatisch), stecke ich das USB-Kabel in den Laptop und lade das Bild herunter, korrigiere den Fokus am Teleskop und wiederhole diese Prozedur, bis das Bild scharf ist. Wenn man die Kamera über das PC-Steuerungkabel bedien, kann dass USB-Kabel dauerhaft angeschlossen bleiben, denn die Steuerungssoftware DiCaControl erlaubt es, die USB-Verbindung zu trennen und herzustellen. Eine andere und bessere Art scharf zu stellen kann man mit einer TV-Karte beschreiten, wie in in folgendem beschreibe:

Das Fokussieren (scharf stellen) per TV-Karte:

Das Fokussieren gestaltet sich bei der Okularprojetion als eher problematisch. Fotografieren, nachsehen am Laptop, Fokus verändern, fotografieren, nachsehen... bis man eine ordentliche Einstellung gefunden hat. Diese Prozedur vereinfacht sich deutlich durch meine neuste Errungenschaft (Jan. 2005): eine PCMCIA-TV-Karte für mein Notebook. Die Kamera lässt sich mittels Chinch-Kabel an die TV-Karte anschliessen, weshalb eine sofortige Kontrolle der Bilder über die Preview-Taste am Notebook möglich ist. Nochmal einfacher geht es mit Sternen die nicht schwächer sind als ca. 6mag, und davon gint es einige. Diese sieht man direkt am Laptop im TV-Programm, ohne belichten zu müssen, so lässt sich an Sternen relativ genau in Echtzeit fokussieren.

Mit ein bisschen Übung werden die Bilder immer besser. Meine bisherigen Ergebnisse könnte ihr in der Galerie sehen.

Nützliche Links zu diesem Thema:

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