Der Spiegel:
Der Grobschliff (angestrebte Vertiefung in der Mitte von 1,9mm) dauerte ca. 6 Stunden. Der Feinschliff ging zügig voran. Je Körnung schliff ich ca. eine Stunde, wobei manchmal auch schon 30 min genügt hätten. Das Polieren dauerte ungefähr sieben Stunden. Und nach unzähligen Stunden Parabolisieren habe ich es nun schließlich doch noch geschafft, und wie! Laut Foucault Test Analysis hat er eine Strehl-Ratio von 0.995. Ich gabe mich für eine Al-II-Beschichtung entschieden, die ein Minimum an Reflexion je nach Wellenlänge von 94% verpricht, gegenüber 89% bei Al-I. Der Aufpreis macht sich bei diesem Winzling kaum bemerkbar. Nach ca. 4 Wochen kam dann nach Drängen meinerseits auch eindlich der Spiegel von Berfort zurück. Esrt nach dem Verspiegeln machen sich die ganzen Minikratzer bemerkbar, die wohl erst in einem der letzten Arbeitsgänge entstanden sind. Sie stören die Abbildungsqualität nicht, aber sind natürlich nicht so schön anzusehen. Ein selbstgebautes Teleskop braucht natürlich einen Namen, wie in der Überschrift ersichtlich. Da es sich um mein erstes selgebautes handelt, entschied ich mich für den Namen "Star-ter" (Man beachte das Wortspiel Star (engl.) und Starter :-) ). Der Spiegel hat bei einem Duchmesser von 155mm ca. eine Brennweite von 720mm, also ca. f/4.7.
Der Tubus:
Der Tubus besteht aus einem verzinkten Blechrohr mit 18cm Innendurchmesser, wie sie für Absauganlagen in Zimmerein und Tischlereien Verwendung finden. Tatsächlich gibt es sowas auch auf ebay für ca. 10 Euronen. Da sich Absaugungen bekanntlich verjüngen, gibt es die Rohre auch mit anderen Durchmessern. Also mein Tipp für alle Selbstbauer: bis ca. 14 Zoll gibt es die passenden Rohre. Das Rohr ist habe ich von innen komplett mit schwarzer Velours-Folie ausgekleidet. Den Fangspiegel und den Okularauszug habe ich vom Teleskop-Service. Um eine optimale Auslechtung des EOS-Sensors zu erreichen, hat mit Wolfi Ransburg einen Fangspiegel mit 63mm Durchmesser der kleinen Achse empfohlen, sehr groß, aber solche Kompromisse muss man eingehen.
Die Spiegelzelle:
Die Spiegelzelle habe ich mir aus Aluminium gefertigt. Da lässt sich einiges Sparen, wenn man sich zum Selbstbau der Spiegelzelle entscheidet. Bei mir lagen die Ausgaben für's Material über ebay bei 10 Euro und der Zeitaufwand bei ca. 6h. Der Ergebnis kann sich sehen lassen, finde ich.
Die Rohrschellen:
Die Rohrschellen habe ich aus Multiplexplatten mit der Oberfräse hergestellt und jeweils zwei auf einer Seite mit einem kleinen Scharnier vereint. Ein bisschen Velourfolie war auch noch übrig, um eine weiche Klemmfläche zu bekommen.
Die Fangspiegelhalterung:
Hierzu bin ich wiedereinmal planlos durch den Baumarkt marschiert und schließlich fündig geworden. Ein Tischbein mit 20 cm Länge musste dran glauben. Es bestand aus Stahl und hatte an beiden Enden eine Kunststoffkappe mit eingelassener M10 Mutter. Für 3 Euro, perfekt. An einer Seite sägte ich mir ein Stück (mit Plastikkappe) im 45°-Winkel mit der Metalltrennsäge ab. Das Andere Ende wurde auf 4cm gerade gekürzt. Ein paar Gewinde wurden gebohrt, die Fangspiegelstreben aus Stahlband auf Länge gesägt, und der Fangspiegel mit Silikon befestikt - fertig.
Fazit:
Zweimal habe ich das Teleskop testen können. Dazu habe ich nur den Vergleich mit meinem gekauften 200/1000mm Newton von Celestron. Es ist eigentlich kein Unterschied bei der Auflösung von Kugelsternhaufen (M3 und M13) zu sehen. Das ist wohl ein gutes Zeichen, wenn ein 6-Zöller ungefähr die gleiche Abbildungsschärfe leistet, wie ein 8" mit ungefähr gleichem Öffnungsverhältnis. Aber genaures kann ich hoffentlich bald in der Galerie preisgeben, wenn die ersten Aufnahmen damit entstanden sind.
Der 6 Zoll "Star-ter" war der erste Streich, und der zweite folgt sogleich (18" Gitterrohr-Dobson)
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